immerzu inspriert von irgendwas

Unterschiedliche Materialien, ungewöhnliche Techniken, spannende Malstilen, eigenwillige Kombinationen – ich bin immerzu inspiriert von irgendwas. Neben den herkömmlichen Medien der Malerei und Druckgrafik verwende ich auch alle möglichen Materialien aus dem Baumarkt oder was ich so auf dem Schrottplatz oder anderswo finde. Natürlich sind bei meinen Experimenten auch so manche Auswüchse entstanden. Viele meiner Bilder werden abgeduscht – das ist noch relativ herkömmlich –  aber einige wurden auch mit dem Gartenschlauch abgespritzt, gebügelt, mit Leim überzogen, vergraben und nach drei Wochen wieder ausgegraben oder verwitterten im Freien. Andere wurden tiefgefroren, um zu sehen, wie die feuchten Farben auskristallisieren, abgeschmirgelt, im Backofen erhitzt, in Fett getaucht, mit einem Feuerzeug angekokelt, auf heiße Kohlen gelegt, auseinander geschnitten und verwebt oder mit der Nähmaschine zusammengenäht, bestickt, mit Kerzenwachs oder Schuhcreme eingerieben oder mit Tuschen und Holz-Beizen übergossen. Darüber hinaus habe ich Spinnennetze eingefangen und koloriert, zerschlissene Putzfeudel auf Keilrahmen gespannt und bemalt, Papiere mit diversen Zuschlägen selbst geschöpft, neue Drucktechniken erfunden und mit ätzenden Chemikalien experimentiert.

Und … es gab viele Experimente, die selbst nach mehreren Versuchen ganz und gar fehlgeschlagen sind, aber gerade das macht es aufregend und spannend. Oft schleiche ich mich morgens sofort nach dem Aufstehen über den Hof in mein Atelier, um schnell vor „dem richtigen Aufstehen“ einen Blick auf die Arbeit zu werfen, weil ich es nicht abwarten kann zu sehen, was über Nacht aus meinem Bild geworden ist. Experimentieren ist aufregend. Ich kann einfach nicht damit aufhören, und auch wenn ich inzwischen einige Techniken bevorzuge, wie z.B. das Verweben von Bildern, wird mein Stil wohl nie ganz eindeutig sein.

Figürlich

Verwobenes

1994 habe ich auf einem großen Webrahmen unterschiedliche Materialien miteinander verwoben und so ein großes Bild hergestellt. Aus diesen Anfängen entwickelte sich die Technik, die ich „Verwobenes“ nenne. Inzwischen schneide ich gemalte Bilder in Streifen und verwebe sie neu. So wird die Stofflichkeit der Leinwand sichtbar gemacht. Stofflichkeit und Bild durchdringen sich. Wie aus Wörtern Texte entstehen, so entsteht durch das Verweben der Teilstücke ein neues Ganzes. Dabei sind mir Lücken und Fehler wichtig, Brüche, die eine andere Ebene hindurch scheinen lassen.

Druckgrafik und Experimentelle Malerei